Gung Ho

Ausstellung in der Alten Kongresshalle von 04. – 07.06.2015

Nachdem sie zuvor eine Comic-Biographie über Goethe in Szene setzten und danach in zwei Bänden Teile aus Wolfgang Hohlbeins “Die Chronik der Unsterblichen“ adaptierten, präsentieren Thomas von Kummant und Benjamin von Eckartsberg ihre erste komplett eigene Serie. Die auf fünf Bände angelegte Reihe “Gung Ho“ ist in Frankreich bereits erfolgreich auf dem Markt und spielt in einer Welt, die nicht mehr so ganz die Unsrige ist.

Gung Ho

Hauptfiguren sind die unterschiedlich temperierten Teenager-Brüder Archibald und Zacharias Goodwoody, die sich Archer und Zack nennen. Sie werden aus ihrem Waisenhaus entlassen und in die großteils von Jugendlichen bewohnte eingemauerte Siedlung Fort Apache gebracht. Das dortige Leben besteht hauptsächlich daraus, sich auf eventuelle Angriffe vorzubereiten. Worin genau die Gefahr besteht, erfährt der Leser erst am Ende des ersten Bandes. Ursprünglich hatte der Autor Benjamin von Eckartsberg einen Prolog vorgesehen, der erklären sollte wie es dazu kam, dass sich die menschliche Gesellschaft im “Gung Ho“-Universum so stark verändert hat. Doch in der jetzigen Form sorgte der erzählerische Kniff, die Art der Bedrohung erst einmal geheim zu halten, für große Spannung.

Gung Ho

Auch vom Artwork her ist “Gung Ho“ ganz großes Kino. Dem großen Figuren-Ensemble wurde ein gut unterscheidbares und sehr stylisches Character Design verpasst. Die Perspektiven sind interessant gewählt und die Farben schimmern prächtig. Auch das Erzählen mit den imposanten Bildern und zumeist knappen Texten funktioniert besten. Hier zeigt sich die große Erfahrung im Umgang mit dem Medium Comic, die das Team bei seinen vorherigen Arbeiten sammeln konnte.

Zum Comicfestival erscheint bei Cross Cult mit „Ohne Rücksicht auf Verluste“ der zweite Band der Serie.

Das Comicfestival in München 25. – 28.05.2017